Kühe per Smartphone fernsteuern

3sat nano begleitet Forschende des Projektes "GreenGrass" bei der Arbeit

02.11.2020

Kühe per Smartphone fernsteuern. Ohne Zäune und mit GSP-Sender statt Glocke. Könnte das ein Schritt zu mehr Tierwohl sein? Forschende des Agrarsysteme-der-Zukunft-Konsortiums "GreenGrass" gehen dieser Frage nach. 3sat nano hat sie bei ihrer Arbeit begleitet.

Die Revolution der Weidewirtschaft: Mit Hilfe von Smartphone und GSP-Sendern soll die Weidewirtschaft der Zukunft gesteuert werden.

Dr. Martin Komainda, Agrarwissenschaftler an der Universität Göttingen, erprobt mit seinen Kolleg*innen das Konzept der „virtuellen Zäune“: Statt aufwendiges Zaunstecken werden die Kühe per GPS-Sender, die sie ähnlich der klassischen Kuhglocke um den Hals tragen, gelenkt. Mit einem Wisch auf dem Smartphone können virtuelle Weidezäune abgesteckt werden, innerhalb denen sich die Tiere bewergen. Dies könnte ein entscheidender Schritt in Richtung eier nachhaltige Landwirtschaft sein. Sowohl die Tiere als auch Landwirt*innen können von dieser Entwicklung in Zukunft profitieren. Landwirt*innen wird ein großer Teil der bisherigen Arbeit abgenommen und für die Tiere kann durch die technischen Neuerungen eine verbesserte Futtermittelversorgung durch frisches Gras gewährleistet werden.

Prof. Dr. Johannes Isselstein, Koordinator des Agrarsysteme der Zukunft-Projekts "GreenGrass", erklärt die Vorteile der virtual fence App: Artgerechte Haltung der Tiere und hochwertige Fütterung ohne auf zugekaufte Ressourcen zurückgreifen zu müssen. Dies schone auch die Umwelt, da Transportwege vermieden werden.

Fazit der bisherigen App-Testungen: Das Konzept ist sehr erfolgsversprechend. Natur- und Umweltschutz sowie Produktion und Landwirtschaft können sich mit Hilfe moderner Technologien zukünftig besser vereinbaren lassen.

Den gesamten 3sat Video-Beitrag finden sie hier.