Landnutzungskonflikte gemeinsam lösen:

«Agrarsysteme der Zukunft» auf dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2026

21.01.2026
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von links: Ramona Bruck, Thomas Weith und Monika Schreiner beim Zukunftsforum für ländliche Entwicklung
von links: Ramona Bruck, Thomas Weith und Monika Schreiner beim Zukunftsforum für ländliche Entwicklung

Berlin, 22. Januar 2026 – Die Förderlinie  «Agrarsysteme der Zukunft» war auf dem 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vertreten. Unter dem Leitthema „Flächen und Gebäude in ländlichen Räumen klug nutzen – Heimat gemeinsam gestalten“ kamen am 21. und 22. Januar 2026 in Berlin über 2.000 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Die Agrarsysteme der Zukunft brachten ihre Expertise zu nachhaltiger Landnutzung, Reallaboren und der konstruktiven Bearbeitung von Nutzungskonflikten ein.

Im Rahmen des Fachforums 28 „Flächen im Wandel“ gestalteten die Agrarsysteme der Zukunft das Programm gemeinsam mit dem ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, dem Öko-Institut, dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ), neuland21 sowie der Wüstenrot Stiftung.

Im Mittelpunkt des Fachforums standen aktuelle Herausforderungen der Flächennutzung: begrenzte Flächen, steigende Anforderungen durch Energiewende, Klimaanpassung und Ernährungswandel sowie daraus entstehende Nutzungskonkurrenzen. In Impulsvorträgen und Arbeitsgruppen  diskutierten die Beteiligten, wie Landnutzungskonflikte entstehen, welche Akteure betroffen sind und wie diese Konflikte frühzeitig und konstruktiv bearbeitet werden können.

Ramona Bruck, Projektmanagerin der Agrarsysteme der Zukunft, betonte in ihrem Impuls die Bedeutung von Reallaboren für Transformationsprozesse: „Reallabore sind der Schlüssel, um Forschung, Praxis, Politik und Gesellschaft in einem gemeinsamen Lernprozess zusammenzubringen – sie sind der zentrale Ort, an dem nachhaltige Agrarsysteme gestaltet werden können.“

Ein besonderer Fokus lag auf Experimentierräumen und Innovationen in ländlichen Räumen. In interaktiven Workshop-Formaten wurde diskutiert, wie Reallabore dabei helfen können lokale Konflikte und Nutzungskonkurrenzen zu bearbeiten. Dabei wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert: vom sinnhaften Einsatz von Planspielen bis hin zur stärken Einbeziehung von emotionalen sowie sozio-kulturelle Aspekten in Planungs- und Entscheidungsprozessen. Zudem ging es um konkrete Umsetzungsfragen – etwa die Rolle von Reallabor-Manager:innen, klare Roadmaps und Ansätze der Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort.

Ein zentrales Fazit des Fachforums: Es lohnt sich, über klassische Beteiligungsformate hinauszugehen, neue dialogorientierte Methoden zu erproben und Menschen aktiv zu ermutigen, sich an Innovations- und Transformationsprozessen zu beteiligen. Die Agrarsysteme der Zukunft werden den begonnenen Austausch zu Reallaboren, nachhaltiger Landnutzung und kooperativem Flächenmanagement weiterführen.