Förderschwerpunkt

Unsere Agrarsysteme stehen vor großen Herausforderungen

In nicht einmal 30 Jahren werden über zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben – das sind etwa 2,4 Milliarden Menschen mehr als heute. Um alle Menschen weltweit zu ernähren, muss die Agrarproduktion drastisch steigen.

Gleichzeitig drängen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt: Nach Berechnungen der UN werden von in insgesamt ca. zehn Milliarden Menschen im Jahr 2050 mehr als sieben Milliarden in Metropolen leben. Das ist fast die gesamte heutige Weltbevölkerung.

Geopolitische Instabilität und wirtschaftliche Abschottung sind weitere Unsicherheitsfaktoren, die auf die Agrarwirtschaft zukommen. Schon heute haben Handelskonflikte Einfluss auf die Verfügbarkeit von Agrarprodukten.

Die für die Landwirtschaft zur Verfügung stehenden Flächen sind begrenzt und nehmen z.B. aufgrund von Bodenerosion oder Versalzung sogar ab. Mit den Auswirkungen des Klimawandels steigt auch das Risiko von Ernteausfällen durch Wetterextreme wie Überschwemmungen und anhaltende Trockenperioden.

Die heutige Agrarproduktion steht dabei als Mitverursacher des Klimawandels – durch ihre beträchtlichen Treibhausgas-Emissionen – und aufgrund ihres hohen Ressourcen- und Flächenverbrauchs im Zentrum der Betrachtungen. Doch auch wenn die Agrarproduktion momentan zu Umwelt- und Klimaproblemen beiträgt, besitzt sie gleichzeitig auch ein sehr großes Potenzial sich als innovative Zukunftsbranche zu etablieren.

Visionäre Ansätze für die Agrarproduktion der Zukunft

Die nachhaltige Gestaltung der Agrarproduktion ist eine der zentralen Menschheitsaufgaben des 21. Jahrhunderts.

Um mögliche Szenarien für eine Agrarwirtschaft der Zukunft zu erforschen und zu erproben, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme Agrarsysteme der Zukunft initiiert.

Seit 2019 fördert das BMBF insgesamt acht Forschungskonsortien mit insgesamt knapp 43 Millionen Euro, die in den nächsten fünf Jahren disziplinübergreifend alternative Lösungsansätze erarbeiten.

Eine reine Optimierung bestehender Prozesse kann den enormen Herausforderungen für die Zukunft nicht gerecht werden. Daher werden in den Konsortien neue und z.T. unkonventionelle Ansätze für die zukünftige Agrarproduktion verfolgt.

Im Sinne einer Landwirtschaft 4.0 und entsprechend bioökonomischer Prinzipien spielen Smart- und Hightech, Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung sowie ressourceneffiziente geschlossene Energie- und Stoffkreislaufsysteme eine zentrale Rolle. Dabei betrachten die Konsortien alternative Produktionssysteme vom ruralen bis zum urbanen Raum.