Die "Agrarsysteme der Zukunft" auf der re:publica

14.06.2022
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Vom 08. – 10. Juni 2022 waren die „Agrarsysteme der Zukunft“ auf der re:publica in der Arena Berlin anzutreffen. Gemeinsam mit dem ebenfalls vom BMBF geförderten Projekt „zirkulierBAR“ wurden mit Hilfe zweiter interaktiver Exponate Zukunftsvisionen und Handlungsoptionen aufgezeigt mit Technologie nachhaltige Zielsetzungen voranzutreiben.

Die Agrarsysteme der Zukunft waren hierbei Teil des Themenbeitrags „Loo:topia“ zur  Sanitär- und Nährstoffwende. Im Panel „Nutrient Cycle – The Food Loop“ wurden am Donnerstagabend die Kreislaufmodelle von den Berliner Wasserbetrieben und des Konsortiums SUSKULT der „Agrarsysteme der Zukunft“ vorgestellt.

Dr. Sandra Schwindenhammer (Universität Gießen) war als stellvertretende Koordinatorin des Forschungsprojekts SUSKULT (rechts im Bild) mit dabei. SUSKULT verbindet Kläranlagen in Städten mit einem landwirtschaftlichen Produktionssystem, einem Newtrient Center, in dem die Nährstoffe zentral gesammelt und aufbereitet werden. Die daraus hergestellten Nährlösungen werden für in hydroponischen Systemen zur Kultivierung von pflanzlichen Lebensmitteln wie Süßkartoffeln oder Salat eingesetzt und so der Kreislauf für Dünge-Bestandteile wie Phosphat oder Stickstoff geschlossen.

Gemeinsam mit Regina Gnirß, Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung für die Berliner Wasserwerke (zweite von rechts) und Prof. Kai Purnhagen (links), Leiter des Lehrstuhls für Lebensmittelrechts und Co-Direktor der Forschungsstelle für Deutsches und Europäisches Lebensmittelrecht wurden die Vorteile und rechtlichen Hürden bei der Umsetzung neuartiger Ansätze für die Schließung von Nährstoffkreisläufen diskutiert. Stephan Becker-Sonnenschein, Pressesprecher des zirkulierBAR-Projekts, das einen dezentralen Ansatz zur Schließung von Nährstoffkreisläufen durch den Einsatz von Trockentoiletten für die Dünger-Herstellung verfolgt, moderierte das Panel.

Dr. Schwindenhammer präsentierte, dass die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Aufbereitung der Abwässer sicher sei beispielsweise in Hinblick auf pharmakologische Rückstände, jedoch neben der rein technologischen Entwicklung auch rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt und angepasst werden müssen. Prof. Purnhagen forderte die Akteur*innen der Sanitär- und Nährstoffwende in Bezug auf rechtliche Rahmenbedingungen „einfach mal zu machen“ und mutig zu sein, um eine nachhaltige Sanitär- und Nährstoffwende möglichst schnell voranzubringen.